Lexware® Lohn Betriebliche Altersversorgung ab 2022 Pflichtbeitrag der Arbeitgeber für Altverträge von vor 2019

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Anforderung Aufgabenstellung für Abänderung BAV-Alt-Verträge mit Pflichtzuschuss Arbeitgeber ab 2022

Ab Januar 2022 gilt, dass nicht nur Neuverträge für Betriebliche Altersversorgung zusätzliche Pflichtbeiträge für die Arbeitgeber nach sich ziehen, sondern dass auch die Altverträge, die vor 2019 abgeschlossen wurden, durch die ergänzende Verpflichtung zur Zahlung von Arbeitgeberbeiträgen für genau diese Alt-Verträge, zu Lohnerhöhungen bzw. zu ergänzenden Rentenansprüchen privatrechtlicher Art für diese Arbeitnehmer führen.

Zu differenzieren ist hierbei wie folgt für jeden betroffenen Arbeitnehmer:

  • gehört die zusätzliche Arbeitgeberleistung zu einem Mitarbeiter mit Gehalt unter oder über der Beitragsbemessungsgrenze? Zuschusspflicht entfällt für Mitarbeiter mit Gehalt über BBG.
  • werden die Grenzen der steuer- und sv-freien Jahreswerte bei einem zusätzlichen Abschluss eines BAV-Vertrags eingehalten oder überschritten? Das kann nur bei Wahl der Inklusivmethode keine anderen Folgen als vorab zeitigen, bei der Exklusivmethode können diese Grenzen unter Umständen überschritten werden.
  • wird der zugehörige Vertrag mit 15 % pauschal oder gemäß der individuellen Beitragslast des Arbeitnehmers von Seiten des Arbeitgebers mit Pflichtbeiträgen versehen? 15% pauschaler Ansatz sind nicht immer günstiger als die individuell zu berechnende Beitragslast für den Zuschuss durch den Arbeitgeber.
  • wird der bestehende Vertrag mit unveränderter Versicherungsprämie als zuschusspflichtig (Inklusivberechnung)-betrachtet, weil Neuverträge grundsätzlich privat-versicherungsrechtlich schlechtere Konditionen nach sich ziehen – die alte Beitragsprämie bleibt somit erhalten? Der Arbeitnehmer erhält damit ab 2022 eine Bruttolohnerhöhung aus dem für ihn ersparten Prämienanteil. Er muss dieser Inklusivberechnungsmethode jedoch zustimmen!
  • wird ein Neuvertrag in Höhe der pauschalen oder individuellen Ersparnis des Arbeitgebers für den AN zur Zahlung des Pflichtbeitrags abgeschlossen (Exklusivberechnung)? Der Arbeitnehmer erhält damit einen weiteren privatrechtlichen Rentenanspruch in Form eines in der Zukunft auszuzahlenden Versicherungsvertrags.

Hier finden Sie Informationen zur gesetzlichen Grundlage und den o. g. Differenzierungen von Seiten der AOK®:

Anleitung zur Umsetzung des Pflichtzuschusses BAV ab 2022 in Altverträge mit pauschal 15% der Betrags zur Entgeltumwandlung bis 2021

1. Betroffene Mitarbeiter in Lexware® Lohn listenmäßig oder abrechnungstechnisch finden

Mitarbeiter, die Entgeltumwandlung für betriebliche Altersversorgung betreiben, können Sie über folgende Berichte in Lexware® Lohn ausfindig machen:

  • Ansichten der Lohnabrechnung an sich, Lohnarten für Entgeltumwandlung stehen dann in der Abrechnungstabelle, Betrag des umgewandelten Lohnanteils wird vom auszuzahlenden Entgelt abgezogen
  • über den Aufruf „Datei-Drucken…“
  • Lexware® wird aller Voraussicht nach via Jahresupdate 2022, welches vollständig in der zweiten KW 2022 vorliegen soll, in der Lexware® Scout Hinweissammlung auf die Mitarbeiterabrechnungen hinweisen, die einer Überprüfung und Änderung für den zusätzlichen AG-Beitrag bedürfen (Stand Vortragsreihe Lexware® vor Ort 2022 November 2021):

2. Vertragsverhältnis sichten und Inklusivberechnung durchführen

2.a. Sobald Sie die betroffenen Mitarbeiter ausfindig gemacht haben, gehen Sie bitte für die Januarabrechnung 2022 in die Komponente „betriebliche Altersversorgung“ der Einzelabrechnung dieser Mitarbeiter zwecks Prüfung des Beginndatums des Versicherungsvertrags:

Lern-Ware Lexware® Beginndatum Vertrag BAV prüfen

2.b. Sobald Sie sicher sind, den richtigen Mitarbeiter zur Bearbeitung aufgerufen zu haben, wählen Sie entweder die Einzelabrechnung zur Korrektur des Vertragsinhalts für Betriebliche AV oder bleiben hier in der Beitragsnachweiserstellung für das Verarbeiten der Inklusivmethode in dieser Vorsorgemaßnahme für begünstigten Arbeitnehmer:

Lern-Ware Lexware® Verträge zur betrieblichen AV mit Pflichtbeitrag von AG ab 2022 bearbeiten

2. c. Über dem Aufruf des blauen „bearbeiten“-Buttons gelangen Sie drei Klicks „weiter“ in der Navigation in den Unterpunkt „Beiträge und Beitragszahlungen“, welches es abzuändern gilt:

Lern-Ware Lexware® Änderungen für Betriebliche Altersversorgung eintragen

2.d. Die Wahl der Inklusivmethode inklusive der 15% pauschalen Zusatzverbeitragung bedeutet, dass der vom Arbeitnehmer gezahlte Beitrag bereits 115% des zu zahlenden Beitrags ausmacht, von dem 15% der Arbeitgeber zu entrichten hat- also eine normale Dreisatzrechnung:

Lern-Ware Lexware® Betriebliche Altersversorgung Inklusivberechnung Arbeitgeberanteil pauschal 15 %

2.e. Sobald Sie die Zusatzleistung des AG ab Januar 2022 in den Vertrag eingegeben haben, wird diese für kommende Monate mitgeschleppt und abgerechnet. Alle anderen Navigationspunkte, die noch folgen, bleiben Ihnen unverändert erhalten (bei Nutzung der Exklusivmethode müssen Sie einen neuen Vertrag anlegen, da bleibt der alte Sachverhalt für den Altvertrag insgesamt bestehen).

3. Auswertung für Kontrollzwecke

3.a. Abrechnungssicht bis 31.12.2021:

Hier wurde das vertraglich vereinbarte Gesamtbrutto steuer- und sv-rechtlich um 180,00 € monatlich gekürzt. Es fielen für 180,00 € die Nettoauszahlungsbeträge an den Arbeitnehmer weg.

Es fielen aber auch keine Lohnnebenkosten arbeitgeberseitig für 180,00 € monatlich mehr an– pauschal mit 15 % bemessen fielen damit seit Umwandlungsbeginn 27,00 € monatlich an Arbeitgeberbelastung weg.

3.b. Abrechnungssicht ab 31.01.2022:

In diesem Fall wird 2022 das seit Jahren vereinbarte Entgelt um weniger hohe Beiträge (156,51 €) als in Vorjahren (180,00 €), die das sv-rechtliche Brutto mindern, gekürzt, so dass das Gesamtbrutto, welches steuerrechtlich und sv-rechtlich zu verbeitragen ist, um den Betrag, den der Arbeitgeber ab 2022 als Entlastung für den Arbeitnehmer zuschießt, sich wieder „erhöht“. Die Nettoauszahlungssumme ändert sich ebenfalls in entsprechendem Maße geringfügig positiv für den Arbeitnehmer.

Die Arbeitgeberbelastung steigt um den Pflicht-Zuschussbetrag und die auf diesen entfallenden Lohnzusatzkosten, da ja weniger Entgelt umgewandelt wird. Mit 15 % pauschal auf 23,40 € bemessen kostet der Pflichtzuschuss den Arbeitgeber damit 23,40 €x1,15= 26,91 €. Geringfügig weniger als die oben auf 180,00 € entfallenden SV-Kosten für die Entgeltumwandlung berechnet.

3c. Lohnabrechnung ab Januar 2022 steht als Vorschau noch nicht zur Verfügung, da das Jahresupdate noch nicht vorliegt und die Abrechnungsfenster deswegen mit Hinweis darauf blockiert sind

3.d. Die Liste mit Verträgen zur BAV kann – wie in Punkt 1 beschrieben- aber bereits vorgefunden werden:

Anmerkung: Dieser Beitrag bietet einen beispielhaften Einblick in die Notwendigkeiten der Gehaltsabrechnungen bei Verwendung von Lexware® Lohn-& Gehalts-Software. Es besteht dabei kein Anspruch auf Vollständigkeit der Gewährung des Überblicks im Einzelfall Ihrer Firma für Ihre Mitarbeiter. Wir raten zur betriebsindividuellen Rücksprache direkt mit den Sozialversicherungsträgern, die für Ihren Betrieb zuständig sind, um auf einem kurzen Weg ohne unnötige zusätzliche Mißverständnisse eine Klärung Ihrer firmenspezifischen Sachlage bei zusätzlichen Fragestellungen herbei zu führen. Viel Erfolg!


Lern-Ware Tipps:

AOK® Webseiten-Redakteure verweisen auf die grundsätzlich zusätzlichen kostenfreien Antworten von Betriebsberatern der gesetzlichen Krankenkassen, um Zweifelsfragen (verbindlich schriftlich) zu klären

Lexware® Software-Redakteure verweisen auf die gegebenenfalls zusätzlich kostenpflichtigen Antworten von Steuerberatern, um Zweifelsfragen (unverbindlich – bis zur nächsten Betriebsprüfung-) zu klären

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2. LEXWARE® LOHN & GEHALT1. LEXWARE® SOFTWARE im PC & Netzwerk