Lexware Lohn: Grenzgänger Frankreich wegen Doppelbesteuerungsabkommen Lohnsteuerbescheinigung erstellen (Grenzpendler)

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Aufgabenerkennung für gesonderten Ausweis in LStB für frankreich-stämmige Mitarbeiter

„Ein Grenzgänger nach Art. 13 Abs. 5 DBA-Frankreich ist eine Person, die im Grenzgebiet des einen Vertragsstaats arbeitet und ihre ständige Wohnstätte, zu der sie in der Regel jeden Tag zurückkehrt, im Grenzgebiet des anderen Vertragsstaats hat. Das Grenzgebiet für in Deutschland wohnende Grenzgänger umfasst die Städte und Gemeinden, deren Gebiet ganz oder teilweise höchstens 20 km von der deutsch-französischen Grenze entfernt liegt.“(Quelle: Finanzämter Baden-Württemberg).

Grenzgänger müssen eine Einkommensteuererklärung im Staat ihres dauerhaften Wohnsitzes abgeben. Sie unterliegen demnach nicht dem Lohnsteuer-Abzugsverfahren des Staates, in dem sie ihrer Beschäftigung nachgehen.

Für Grenzgänger aus Frankreich die in den folgenden Bundesländern beschäftigt sind, ist der Großbuchstabe F zu bescheinigen, sofern ein Arbeitgeber mit deutschem Geschäftssitz französisch beheimatete Mitarbeiter beschäftigt:

  • Baden-Württemberg: FR1
  • Rheinland-Pfalz: FR3
  • Saarland: FR3
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Aufgabenumfeld für Kennzeichensetzung wegen DBA Frankreich

Persönliche Voraussetzung Arbeitnehmer

  • Freistellungsbescheinigung Grenzgänger liegt vor.
    Tipp: Nehmen Sie die vom Finanzamt ausgestellte Freistellungsbescheinigung des Grenzgängers zu den Lohnunterlagen.
  • Weitere Voraussetzungen sind im BMF-Schreiben vom 30.03.2017 beschrieben:
    • mit amtlich korrekten Beispielen in Bezug auf die
      • Einhaltung oder Überschreitung der 45-Tagesfrist (Verlust der Grenzgänger-Zuordnung bei Arbeiten ausserhalb der  Grenzzone) oder
      • der Eigenschaft „Leiharbeitnehmer“ bzw.
      • Notwendigkeit der Auflistung aller Tätigkeitsorte.

Sachliche Voraussetzung Software:

Nutzen Sie die zur Abrechnung des steuerfreien Arbeitslohns die Lohnarten ‚0976 – Gehalt steuerfrei‘ oder ‚0990 – Lohn steuerfrei‘.

Für Einmalzahlungen steht Ihnen Ihnen nach dem Update Juni 2019 die neue Lohnart ‚1021 – Einmalzahlung Grenzgänger‘ zur Verfügung.

Aufgabenbewältigung bei Abrechnung von Grenzgängern aus Frankreich

Um steuerfreie Grenzgänger richtig abzurechnen, gehen Sie so vor:

  1. Prüfen Sie die oben genannten Voraussetzungen.
  2. Wählen Sie in den Mitarbeiterstammdaten im Bereich Steuerdaten den Eintrag ‚Grenzgänger (ohne ELStAM)‘ – ‚andere Staaten‘.
  3. Nutzen Sie die obn benannten Lohnarten.

Nur wenn Sie im aktuellen Abrechnungsjahr die Einmalzahlungen über die LA 0976 oder LA 0990 abgerechnet haben, wird die LStB 2019 korrekt erstellt.
Wenn Sie die Einmalzahlungen in anderen Lohnarten (z. B. Urlaubsgeld) erfasst haben, müssen Sie die eingetragenen Einmalzahlungen über den Korrekturmodus löschen und mit der neuen Lohnart ‚1021 – Einmalzahlung Grenzgänger‘ abrechnen.

Hinweise

  • Die regionale Zuordnung FR1, FR2, FR3 erfolgt automatisch über die dem Arbeitnehmer zugeordnete Betriebsstätte (Bundesland).
  • Bei sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern sind in der LStB Zeile 22 – 27 keine Eintragungen vorzunehmen.
  • Bei freiwillig versicherten bzw. privat versicherten Arbeitnehmern werden die steuerfreien Arbeitgeberzuschüsse zur Kranken-/Pflegeversicherung in den Zeilen 24a) – 24c) bescheinigt.
  • Arbeitnehmer, die in Frankreich ihren Wohnsitz haben und nicht unter die Grenzgängerregelung fallen, sind beschränkt steuerpflichtig.
    Die Abrechnung von beschränkt Steuerpflichtigen (inländische Einkünfte erzielen ohne dauerhaften Wohnsitz in Deutschland zu haben) wird in der derzeitigen Programmversion nicht unterstützt.

Aufgabenergebnis der Abrechnung von steuerfreien Grenzgänger-Bezügen

Prüfen Sie die Lohnabrechnung, das Lohnkonto und Sozialversicherungsmeldungen auf die korrekt angegebenen Bruttolöhne. SV-Pflicht besteht normaler Weise im Beschäftigungsstaat. Hier die Informationen der AOK:

Aufgabenkontrolle der Abrechnung von pendelnden Grenzgängern aus Frankreich für deutsche Arbeitgeber

Steuerrechtlich muss die Freiheit vom Lohnsteuerabzug als Bescheinigung vorliegen. Die Lohnsteuerbescheinigung muss zum Ende des Abrechnungsjahres/der Beschäftigung ausgehändigt werden.

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Sozialversicherungsrechtlich müssen alle Abgaben des deutschen Sozialsystems für den Mitarbeiter erbracht und sein Anteil vom unversteuerten Bruttolohn abgezogen werden. Es muss die entsprechende Meldebescheinigung für die Rente/Berufsgenossenschaft erstellt und versendet/ausgehändigt werden.


Lern-Ware Hinweis:

Lexware Lohn ELSTAM: Daten von Finanzverwaltung weichen von Angaben des Mitarbeiters zu seinen ELSTAM ab

Lexware Lohn ELStAM: Verfahrenshinweis 552020300 Ab-/Ummeldung des Arbeitnehmers ist nicht möglich

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