Lexware Lohnbuchhaltung Elster: Berücksichtigung der Vorsorgepauschale auf Zeile 28 Lohnsteuerbescheinigung


Wie wirkt sich die Vorsorgepauschale im Lohnsteuerabzugsverfahren – insbesondere in Zeile 28 der Lohnsteuerbescheinigung aus?

Durch das Bürgerentlastungsgesetz sind seit 01.01.2010 im Lohnsteuerabzugsverfahren folgende Änderungen zu berücksichtigen:

  • Vorsorgeaufwendungen des Arbeitnehmers sind durch eine Vorsorgepauschale bei der Berechnung der Lohnsteuer durch den Arbeitgeber zu berücksichtigen. (§39b Absatz2 Satz5 Nr.3 und Absatz 4 EStG).
  • Bei privat kranken- und pflegeversicherten Arbeitnehmern in Steuerklasse 1-5 sind die tatsächlichen vom Arbeitnehmer aufgewendeten Beiträge zu berücksichtigen. Die Beiträge muss der Arbeitnehmer durch eine Bescheinigung der Krankenkasse nachweisen.
    Erfassen Sie diesen Betrag in den Mitarbeiterstammdaten auf der Seite ‚Kassen‘ im Feld Basisbeitrag.Teilt der Arbeitnehmer diese Beiträge dem Arbeitgeber nicht mit oder ist der tatsächliche Beitrag geringer, ist die (nachfolgend erläuterte) Mindestvorsorgepauschale anzusetzen.

Mindestvorsorgepauschale:

  • Für die Beiträge zur gesetzlichen oder privaten Kranken- und Pflegeversicherung ist für alle Steuerklassen eine Mindestvorsorgepauschale von 12% des steuerpflichtigen Arbeitslohnes anzusetzen. (§ 39b Absatz 2 Satz 5 Nr.3 EStG).
    Die Mindestvorsorgepauschale beträgt höchstens 1.900 EUR jährlich bzw. 3.000 EUR in Steuerklasse 3.Beachten Sie:
    Die Mindestvorsorgepauschale ist auch dann zu berücksichtigen, wenn keine (weder eine gesetzliche noch private) KV- und PV-pflicht besteht (z.Bsp. versicherungsfreie Geschäftsführer).

    Hinweis: Bei geringfügig entlohnten und kurzfristig beschäftigte Arbeitnehmern, bei denen die Lohnsteuer nicht pauschal, sondern nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen des Arbeitnehmers erhoben wird, ist die Mindestvorsorgepauschale anzusetzen.

Die berücksichtigte Mindestvorsorgepauschale ist in Zeile 28 der Lohnsteuerbescheinigung auszuweisen (§ 41b Abs.1 Nr. 15 EStG).
Lexware lohn+gehalt berechnet die abzuführende Lohnsteuer unter Berücksichtigung der (Mindest-) Vorsorgepauschale automatisch und weist diese auf der Lohnsteuerbescheinigung aus.
Sie müssen nichts weiter tun.

Beispiele:

Obwohl vom Arbeitslohn keine Sozialversicherungsabgaben zu berechnen sind, ist in nachfolgenden Beispielen bei der Berechnung der Lohnsteuer die Mindestvorsorgepauschale in Höhe von 12 % zu berücksichtigen und auf der Lohnsteuerbescheinigung in Zeile 28 auszuweisen.

  • Geringfügig Beschäftigte
    Ein Minijobber erhält monatlich 300 EUR.
    Die Lohnsteuer wird nicht pauschaliert, sondern erfolgt nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen des Arbeitnehmers. (Lohnsteuerkarte/Ersatzbescheinigung liegt vor).Berechnung der jährlichen Mindestvorsorgepauschale: 12 % von 3.600 EUR (300 EUR *12) = 432 EUR. In Zeile 28 der Lohnsteuerbescheinigung sind 432 EUR zu bescheinigen.
  • Geschäftsführer
    Ein sozialversicherungsfrei beschäftigter Geschäftsführer (Beitragsgruppe 0-0-0-0), Personengruppe 997 verdient 6.000 EUR monatlich (jährlich 72.000 EUR).Berechnung der jährlichen Mindestvorsorgepauschale: 12 % von 72.000 EUR = 8.640 EUR. Höchstens 1.900 EUR.
    In Zeile 28 der Lohnsteuerbescheinigung sind 1.900 EUR zu bescheinigen.

    Abwandlung: Der Mitarbeiter scheidet zum 29.02. aus. Die bei der Lohnsteuerberechnung zu berücksichtigende Mindestvorsorgepauschale für die Kranken- und Pflegeversicherung beträgt 12% des Arbeitslohns (12.000 EUR) = 1.440 EUR. Höchstens 316,66 EUR (= 2/12 vom jährlichen Höchstbetrag 1.900 EUR).

    In Zeile 28 der Lohnsteuerbescheinigung sind 316,66 EUR zu bescheinigen.


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