Lern-Ware Deutsche Rentenversicherung (Sozialabgabenrecht, Betriebsrentenrecht)Lexware Hilfe HintergrundinformationLexware Lohn- und GehaltLexware online supportLexware vor Ort Präsentation

Lexware Lohn: Saisonarbeiter Meldebescheinigung A1 Beantragung auf herkömmlich schriftliche Art


Ausstellung der Meldebescheinigung A1

Bis zur Einführung eines elektronischen Antragsverfahrens ist bei

  • gesetzlich Krankenversicherten:
    • die Krankenkasse, bei welcher der Arbeitnehmer versichert ist
  • privat Krankenversicherten:
    • die Deutsche Rentenversicherung, DRV Knappschaft Bahn-See oder zuständigen Regionalträger der DRV

ein schriftlicher Antrag zu stellen.

Die DVKA (Deutsche Verbindungsstelle Ausland – Krankenversicherung) stellt das Antragsformular per Download zur Verfügung. http://www.dvka.de

Die zuständige Stelle prüft,

  • ob eine Entsendung im Sinne der Verordnung EG 883/2004 vorliegt und
  • ob die deutschen Rechtsvorschriften für die Zeit der Auslandsbeschäftigung weiterhin anzuwenden sind.

Nach erfolgreicher Prüfung wird die „Meldebescheinigung A1“ in Papierform ausgestellt, welche der Arbeitnehmer mitzuführen hat. 

Umsetzung in Lexware lohn+gehalt:

Das elektronische Antragsverfahren ist zunächst noch optional. Ab dem 1. Januar 2019 ist die verpflichtende Einführung für systemgeprüfte Entgeltabrechnungsprogramme vorgesehen. Selbstverständlich wird Ihnen Lexware den elektronischen Antrag rechtzeitig in Lexware lohn+gehalt zur Verfügung stellen.

Zur Zeit ist die Berechnung und Abführung von ausländischen Sozialversicherungsbeiträgen und die Erstellung der erforderlichen Meldungen ist in Lexware lohn+gehalt nicht möglich.

Wenn Sie dennoch eine Saisonarbeitskraft abrechnen wollen, bei der die Rechtsvorschriften des Entsendestaates gelten, gehen Sie so vor:

  1. Berechnen Sie die Arbeitgeberanteile, den Gesamtbeitrag und die Verteilung auf die einzelnen Versicherungszweige, der an die ausländische Sozialversicherungsanstalt zu entrichten ist.
  2. Legen Sie unter Verwaltung ‚Lohnarten‘ – ‚Nettobezüge und Abzüge‘ eine neue Lohnart als Nettobezug ‚AG-Anteil SV‘ an. Erfassen Sie den Arbeitgeberanteil im Abrechnungsfenster des Mitarbeiters.
  3. Legen Sie unter Verwaltung ‚Lohnarten‘ – ‚Nettobezüge und Abzüge‘ eine neue Lohnart als Nettoabzug ‚Gesamtbeitrag SV‘ an. Tragen Sie in der Abrechnung des Mitarbeiters den Gesamtbeitrag zur Sozialversicherung ein.
  4. Füllen Sie die erforderlichen Meldevordrucke manuell aus und senden diese und an die entsprechende Annahmestelle.
  5. Die zu entrichtenden Sozialversicherungsbeiträge müssen aufgeteilt nach Versicherungszweigen, den Konten der ausländischen Sozialversicherungsanstalten angewiesen werden.

Definition Saisonarbeitnehmer:

„Ein Saisonarbeitnehmer nach ist ein Arbeitnehmer, der vorübergehend für eine versicherungspflichtige auf bis zu acht Monate befristete Beschäftigung in die Bundesrepublik Deutschland gekommen ist, um mit seiner Tätigkeit einen jahreszeitlich bedingten jährlich wiederkehrenden erhöhten Arbeitskräftebedarf des Arbeitgebers abzudecken“
Saisonarbeitnehmer sind gekennzeichnet durch:

  • ständigen Wohnsitz im Ausland.
  • die Beschäftigung in Deutschland ist zeitlich begrenzt.
  • die Beschäftigung ist im Inland krankenversicherungspflichtig.
  • nach Ende der Beschäftigung wird der Arbeitnehmer voraussichtlich Deutschland wieder verlassen.

Für alle Saisonarbeitnehmer aus einem EU-Mitgliedsstaat, einem Land des EWR oder der Schweiz gelten die Regelungen des europäischen Gemeinschaftsrechts. Daraus folgt, dass ein im Inland beschäftigter Arbeitnehmer dem Grunde nach in allen Zweigen der deutschen Sozialversicherung beitragspflichtig ist. Dies gilt für Arbeitnehmer, die in Deutschland z. B. während ihres unbezahlten Urlaubs als Saisonkraft arbeiten sowie für Arbeitslose oder nicht erwerbstätige Personen.

Für diese Arbeitnehmer wurde ab 2018 im DEÜV Meldeverfahren ein neues Kennzeichen eingeführt. Das Kennzeichen ist nur bei den Meldegründen 10 (Anmeldung) und 40 (gleichzeitige An- und Abmeldung) anzugeben.

Bei folgenden Personengruppen muss das Kennzeichen ‚Saisonarbeitnehmer‘ nicht gemeldet werden:

  • Geringfügig Beschäftigte(Personengruppe 109)
  • Kurzfristig Beschäftigte(Personengruppe 110)
  • Beschäftigte, die ausschließlich in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert sind (Personengruppe 190)

Hintergrund:

Im Jahr 2013 wurde in der gesetzlichen Krankenversicherung eine obligatorische Anschlussversicherung eingeführt. Dieser Versicherungsschutz greift nach einer bestehenden Versicherungspflicht, z. B. wenn eine krankenversicherungspflichtige Beschäftigung endet. Die Krankenkasse prüft eine etwaige Anschlussversicherung. Wenn der Saisonarbeitnehmer nach Ende der Beschäftigung Deutschland verlässt, gestaltet sich die Klärung als schwierig.

Mit Einführung des neuen Kennzeichens ‚Saisonarbeitnehmer‘ wird dieses Verfahren vereinfacht. Wenn das Kennzeichen in der Anmeldung gesetzt ist, geht die Krankenkasse davon aus, dass die Voraussetzungen für eine obligatorische Anschlussersicherung nicht gegeben sind.


Vorgehen im Programm im Bereich Sozialversicherung

Setzen Sie im Eintrittsmonat des Mitarbeiters das Kennzeichen ‚Saisonarbeitnehmer‘.
Das Meldekennzeichen wird bei der Anmeldung des Arbeitnehmers (Meldegrund 10 bzw. 40) im DEÜV Verfahren übermittelt.

Lohn Buchhaltung Lexware Lern-Ware Margit Klein 213
© Haufe Lexware GmbH Co. KG 94990

Sozialversicherungsrechtlich optionale Eingaben im Programm:

Wenn Sie auch jetzt schon eine Saisonarbeitskraft nach ausländischen SV-Vorgaben mit Lexware abrechnen wollen, bei der die Rechtsvorschriften des Entsendestaates gelten, gehen Sie so vor:

  1. Berechnen Sie die Arbeitgeberanteile, den Gesamtbeitrag und die Verteilung auf die einzelnen Versicherungszweige, der an die ausländische Sozialversicherungsanstalt zu entrichten ist.
  2. Legen Sie unter Verwaltung ‚Lohnarten‘ – ‚Nettobezüge und Abzüge‘ eine neue Lohnart als Nettobezug ‚AG-Anteil SV‘ an. Erfassen Sie den Arbeitgeberanteil im Abrechnungsfenster des Mitarbeiters.
  3. Legen Sie unter Verwaltung ‚Lohnarten‘ – ‚Nettobezüge und Abzüge‘ eine neue Lohnart als Nettoabzug ‚Gesamtbeitrag SV‘ an. Tragen Sie in der Abrechnung des Mitarbeiters den Gesamtbeitrag zur Sozialversicherung ein.
  4. Füllen Sie die erforderlichen Meldevordrucke manuell aus und senden diese und an die entsprechende Annahmestelle.
  5. Die zu entrichtenden Sozialversicherungsbeiträge müssen aufgeteilt nach Versicherungszweigen, den Konten der ausländischen Sozialversicherungsanstalten angewiesen werden.

Hinweise:

  • Wenn Sie die Anmeldung nachträglich ändern möchten, wechseln Sie in der Jahresübersicht in den Eintrittsmonat des Mitarbeiters und rufen über den Korrekturmodus die Seite ‚SV-Meldeangaben‘ auf. Lexware lohn+gehalt erzeugt eine Storno- und eine Neuanmeldung für den dakota Versand.
  • Für Saisonarbeitnehmer, die bereits vor 2018 angemeldet wurden, müssen Sie das Kennzeichen nicht nachmelden.

Meldebescheinigung A1/E101:

„Diese Bescheinigung über die anzuwendenden Rechtsvorschriften dient als Nachweis, dass die Rechtsvorschriften des Entsendestaates weitergelten. Die Rechtsvorschriften des Beschäftigungsstaates werden somit nicht angewendet. Dies gilt für alle Bereiche, die vom Anwendungsbereich der Verordnung (EG) über soziale Sicherheit bzw. des jeweiligen Abkommens über soziale Sicherheit erfasst werden“ (Quelle: Lexware lohn+gehalt Wissen)
Bei Fragen zur Meldebescheinigungsvorschrift wenden Sie sich an Ihren steuerlichen Berater. Alternativ finden Sie in Lexware lohn+gehalt Wissen unter dem Suchbegriff „Entsendungen“ zahlreiche Beiträge zu diesem Thema.

Der Arbeitnehmer ist in Deutschland sozialversicherungsfrei bei:

  • Entsendungen (Einstrahlungen) oder
  • Gleichzeitigen Beschäftigungen in mehreren EU-/EWR-Staaten oder
  • Bestehender Sozialversicherung im Herkunftsland.

Entsendungen:
Entsendet ein ausländischer Arbeitgeber einen Arbeitnehmer für einen begrenzten Zeitraum nach Deutschland, unterliegt der Arbeitnehmer in der Regel den Rechtsvorschriften des entsendenden Staates. Der ausländische Sozialversicherungsträger bescheinigt mit dem Vordruck A1 oder E101 die zeitlich befristete Einstrahlung. (Bsp.: Frau Schmidt hat ein Beschäftigungsverhältnis in der Schweiz und ist dort sozialversichert. Für 2 Monate wird sie in die deutsche Niederlassung entsandt. Die zuständige AHV-Ausgleichskasse stellt für den Zeitraum eine Bescheinigung A1 aus. Frau Schmidt verbleibt während des beantragten Zeitraums in der schweizerischen Sozialversicherung.)

Gleichzeitige Beschäftigungen in mehreren EU/EWR Staaten:
Wenn ein Arbeitnehmer Beschäftigungen in mehreren EU-/EWR-Staaten ausübt oder einer Hauptbeschäftigung in seinem Wohnsitzstaat nachgeht, kann er dem Sicherungssystem seines Heimatlands weiterhin angehören.

In diesen Fällen erhalten Arbeitnehmer eine „Bescheinigung über die anzuwendenden Rechtsvorschriften“ – Meldebescheinigung A1. Mit dieser Bescheinigung kann ein Arbeitnehmer in Deutschland nachweisen, dass für ihn die Rechtsvorschriften des Entsendestaates gelten.
Der inländische Arbeitgeber muss den Arbeitnehmer bei den Sozialversicherungsträgern des zuständigen Landes anmelden und die Beiträge (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile) dorthin abzuführen. Weitere Informationen zur Sozialversicherung in EU-/EWR-Mitgliedsstaaten oder der Schweiz erteilt die ‚Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland des GKV-Spitzenverbandes DEKV‚.

Beispiel:
Ein in Polen beschäftigter Arbeitnehmer arbeitet während seines Urlaubs in Deutschland. Der Arbeitnehmer legt dem deutschen Arbeitgeber die Bescheinigung über die anzuwendenden Rechtsvorschriften (Meldebescheinigung A1) vor. Der Arbeitgeber muss den Arbeitnehmer bei dem polnischen Sozialversicherungsträger anmelden und die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge an die Einzugstellen in Polen abführen.


Vorgehen im Programm für den Bereich Lohnsteuer

Arbeitnehmer, die keinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland haben und vorübergehend im Inland tätig werden, sind in der Regel beschränkt steuerpflichtig.

Der im Inland erzielte Arbeitslohn ist in Deutschland steuerpflichtig. Die Besteuerung wird durch den Lohnsteuerabzug vom Arbeitslohn sichergestellt.

Die Arbeitnehmer erhalten vom Finanzamt – auf Antrag des Arbeitgebers oder des Arbeitnehmers – eine Bescheinigung, welche die persönlichen Besteuerungsmerkmale enthält. Regelmäßig ist dort die Steuerklasse 1 vermerkt.

Lohnsteuerliche Eingaben in Lexware lohn+gehalt

  • ELStAM: Wenn der Arbeitnehmer eine Steuer-Identifikationsnummer (IdNr) hat, melden Sie den Arbeitnehmer im ELStAM-Verfahren an und rufen Sie die Steuermerkmale ab.
  • Ersatzbescheinigung: Hat das Finanzamt noch keine IdNr vergeben, entnehmen Sie die Lohnsteuermerkmale aus der vom Finanzamt ausgestellten Bescheinigung.
    In den Mitarbeiterstammdaten auf der Seite ‚Steuer‘ setzen Sie das Kennzeichen ‚ELStAM-Ersatzbescheinigung‘ und übertragen die bescheinigten Lohnsteuermerkmale in die jeweiligen Steuerfelder.

Hinweis:
Bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen kommt gegebenenfalls eine Pauschalierung der Lohnsteuer nach § 40a EStG in Betracht, z. B. bei Aushilfskräften, welche in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt werden.


Lern-Ware Hinweis:

Anträge der GKV für Entsendung ins Ausland:

a) EU Mitgliedsstaat

b) Nicht-EU Mitgliedsstaat

Lexware vor Ort 2017 für 2018: PDF- Vorlage mit Videobegleitung durch die Inhalte