Lexware Lohn DAKOTA: Abrechnung eines dauerhaft geringfügig Beschäftigten (Personengruppe 109) mit oder ohne pauschalen bzw. Pflicht-Rentenbeitrag an ein Versorgungswerk oder gesetzliche Krankenkasse

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Auf der Minijobwebseite können Sie gesetzlichen Regelungen zur Abrechnung von gewerblich beschäftigten Minijobbern, welche bis zu 450,00 € Entgelt im Monat erhalten, nachlesen.

Kurfristjobber (Personengruppe 110) können auf 70 Tage befristet bis einschließlich 2018 im Kalenderjahr mehr Entgelt (pauschal besteuert oder via ElSTAM) erhalten. Dazu gibt es ebenfalls alle Informationen gesetzlicher Art auf der Seite der Minijobzentrale. Ab 2019 gilt diese Kurzfristregelung wieder nur noch auf 50 Tage bezogen (Stand 12.11.2017).

Von der nachfolgend beschriebenen Abrechnung eines geringfügig entlohnten Beschäftigten (Minijobber) zu unterscheiden sind Geringverdiener.

Geringverdiener sind z.Bsp.. Auszubildende oder Personen, die im Bundesfreiwilligendienst beschäftigt sind oder ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr leisten.

Kurzübersicht

Eingaben im Programm:

1. Seite Tätigkeit:

  • Wählen Sie die ‚Personengruppe 109 – geringfügig entlohnte Beschäftigung‘ aus.
  • Erfassen Sie den Tätigkeitsschlüssel des Mitarbeiters.

2. Seite Kassen:

  • Wählen Sie im obersten Eingabefeld den Eintrag: geringfügig entlohnte Beschäftigung.
  • Lexware lohn+gehalt stellt automatisch die häufigste Beitragsgruppe 6-1-0-0 ein.

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  • Zuständige Krankenkasse ist die Minijob-Zentrale ‚Knapp-B-S‘.
    Wählen Sie bei ‚KV‘ die für Minijobs zuständige Krankenkasse Knapp-B-S. Die Krankenkasse ‚Knapp-B-S‘ wird für die nachfolgenden Beitragsgruppen auf dieser Seite automatisch eingetragen.
  • Wenn die ‚Knapp-B-S‘ in der Auswahlliste nicht vorhanden ist, wählen Sie in der Listbox den Eintrag ’neue Krankenkasse‘.
    Aus der Krankenkassenliste wählen Sie die ‚Knappschaft-B-S‘ mit der Betriebsnummer 98000006. Der Assistent führt Sie durch die weiteren Eingaben.

2.1 Beitragsgruppen:

Wenn die voreingestellten Beitragsgruppen nicht zutreffend sind, stehen Ihnen folgende Einstellungen zur Auswahl:

KV:

Beitragsgruppe KV Auswirkungen
‚0-kein Beitrag‘

Wählen Sie diese Einstellung, wenn der Mitarbeiter privat krankenversichert ist.

Es werden keine Beiträge zur KV berechnet.
‚6-AG-Beitrag pauschal‘ Es wird der pauschale vom Arbeitgeber getragene KV-Beitrag berechnet und auf dem Beitragsnachweis berücksichtigt.

RV:

Beitragsgruppe RV Auswirkungen
‚5- AG pauschal‘

Wichtig: Wählen Sie diese Einstellung nur, wenn der Mitarbeiter von der Rentenversicherungspflicht befreit ist.

Es wird nur der pauschale vom Arbeitgeber getragene RV-Beitrag berechnet.
‚1- AG pauschal mit RV AN‘ Es werden die vollen RV-Beiträge berechnet. Der Arbeitgeber trägt den pauschalen Satz, den Rest trägt der Arbeitnehmer.
(Mindestbeitrag: Beachten Sie Punkt  ‚2.3 Berechnung der RV-Beiträge‘.)
‚0-Versorgungswerk mit RV AN‘

Der Mitarbeiter ist in einem berufsständischen Versorgungswerk rentenversichert.
Der Arbeitgeber führt die Beiträge an das Versorgungswerk ab.

Anstelle der ‚Knapp-B-S‘ wählen Sie für RV das Versorgungswerk aus.

Sie müssen zusätzlich die Mitgliedsnummer des Mitarbeiters beim Versorgungswerk angeben.

Es werden die vollen RV-Beiträge berechnet. Der Arbeitgeber trägt den pauschalen Satz in Höhe von 15 %, den Rest trägt der Arbeitnehmer.
(Mindestbeitrag: Beachten Sie Punkt ‚2.3 Berechnung der RV-Beiträge‘.)
‚0-Versorgungswerk mit RV AN Selbstzahler‘

Der Mitarbeiter ist in einem berufsständischen Versorgungswerk rentenversichert. Der Arbeitnehmer führt die Beiträge an das Versorgungswerk selbst ab.

Anstelle der ‚Knapp-B-S‘ wählen Sie für RV das Versorgungswerk aus.

Sie müssen zusätzlich die Mitgliedsnummer des Mitarbeiters beim Versorgungswerk angeben.

Der pauschale vom Arbeitgeber zu tragende RV-Beitrag wird als Zuschuss an den Mitarbeiter bezahlt.

2.2 Berechnung der RV-Beiträge:

  1. Der Arbeitgeber trägt nur den pauschalen Beitragsanteil in Höhe von 15%.
  2. Die Differenz von 3,7% zum vollen Beitragssatz zur Rentenversicherung von 18,7% muss durch den Arbeitnehmer aufgestockt werden. Dabei ist der Mindestbeitrag zu beachten:

Mindestbeitrag:
Zur Berechnung des Mindestbeitrages ist die gesetzlich festgelegte Mindestbemessungsgrundlage von 175 EUR (* allgemeiner Beitragssatz von 18,7%= 32,73 EUR) zu beachten.

Wenn das tatsächliche Arbeitsentgelt aus einer oder mehreren geringfügig entlohnten Beschäftigungen unter 175 EUR liegt, gilt folgende Regelung:
– Der Arbeitgeber zahlt den pauschalen Beitrag von 15 % des tatsächlichen Arbeitsentgelts. Der Arbeitnehmer trägt die Differenz bis zum errechneten Mindestbeitrag von 32,73 EUR.
– Der Eigenanteil des Arbeitnehmers wird vom Arbeitgeber einbehalten und zusammen mit dem Pauschalbeitrag des Arbeitgebers an die Krankenkasse abgeführt.

Lexware lohn+gehalt berechnet die RV-Beiträge unter Beachtung des Mindestbeitrags automatisch.

2.3 Umlagepflicht U1/U2:

Das Arbeitsentgelt ist U1/U2 pflichtig. Aktivieren Sie die Checkboxen.

3. Antrag auf Befreiung von der RV-Pflicht:

In der Rentenversicherung besteht Versicherungspflicht. Der Arbeitnehmer kann sich jedoch auf Antrag befreien lassen.

In einer laufenden Beschäftigung kann diese Erklärung jederzeit abgegeben werden.

Der Antrag steht Ihnen im Programm unter ‚Datei – Drucken – Antrag auf Befreiung von der RV-Pflicht‘ zur Verfügung

Hinweis: Der Antrag auf Befreiung von der RV-Pflicht kann nicht widerrufen werden.

Er ist für die gesamte Dauer des Beschäftigungsverhältnisses bindend. Der hier gewählte Beitragsgruppenschlüssel zur RV kann deshalb im Programm nicht mehr rückgängig gemacht werden.

 

4. Seite Steuerdaten

Gem. § 40 a Abs. EStG kann der Arbeitslohn geringfügig entlohnter Beschäftigter pauschal oder nach individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen versteuert werden.

Pauschalversteuerung:

Die Pauschalsteuer muss zusammen mit den pauschalen Beiträgen des Arbeitgebers zur KV und RV an die Minijob-Zentrale ‚Knapp-B-S‘ abgeführt werden.

  • Wählen Sie auf der Seite ‚Steuerdaten‘ im obersten Auswahlfeld den Eintrag ‚pauschal versteuerte Beschäftigung‘.
  • Lexware lohn+gehalt berechnet die pauschale Lohnsteuer und weist den abzuführenden Betrag auf dem Beitragsnachweis der Minijob-Zentrale ‚Knapp-B-S‘ aus.
  • Zu Berechnung der pauschalen Lohnsteuer für Minijob mit 2 % muss die entsprechende Option eingestellt sein.

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Hinweis: Bei pauschaler Versteuerung ist keine Lohnsteuerbescheinigung zu erstellen.

Lohnsteuerabzug nach Lohnsteuerabzugsmerkmalen:

Wenn die Lohnsteuer nicht pauschal berechnet werden soll, müssen Sie den Mitarbeiter wie gewohnt im ELStAM-Verfahren anmelden.
Wählen Sie auf der Seite ‚Steuerdaten‘ den Eintrag ‚ Lohnsteuerabzug nach Lohnsteuerabzugsmerkmalen‘ und erfassen Sie die Steuer ID des Mitarbeiters.

Beachten Sie: Hat der Mitarbeiter zusätzlich ein Hauptarbeitsverhältnis muss die Abrechnung mit Steuerklasse 6 als ‚Nebenarbeitgeber‘ erfolgen.

 

5. Lohnarten

Für geringfügig Beschäftigte stehen programmseitig folgende steuer- und sozialversicherungspflichtigen Lohnarten zur Verfügung:

  • 0934 Aushilfslohn (Minijob)
  • 0955 Aushilfsgehalt (Minijob)

Hinweis:

  • Nutzen Sie nach Möglichkeit die genannten Systemlohnarten. Die Abrechnung muss mit einer steuer- und sozialversicherungspflichtigen Lohnart erfolgen.
  • Legen Sie keine eigenen Lohnarten mit den Kennzeichen ‚pauschal versteuert‘ oder ’sozialversicherungsfrei‘ an.
    Die SV-Beiträge (Arbeitgeberanteil) werden mit diesen Kennzeichen nicht berechnet.

Minijob unter 175 EUR: Mindestentgeltbemessungsgrundlage zur RV wird unberechtigt berücksichtigt

Die Mindestentgeltbemessungsgrundlage wird auch dann berücksichtigt, wenn dies aufgrund gesetzlicher Vorschriften nicht erforderlich ist. Die Beiträge zur Rentenversicherung sind in diesen Fällen aus dem tatsächlichen Entgelt zu berechnen.

Hintergrund

Seit 1.1.2013 sind geringfügig Beschäftigte in der Rentenversicherung grundsätzlich versicherungspflichtig.
Für die Berechnung der Pflichtbeiträge ist die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage nach § 163 Abs. 8 SGB VI in Höhe von 175 Euro pro Kalendermonat zugrunde zu legen (Abschnitt 3.2.1).

  • Ausgehend vom vollen Beitragssatz der allgemeinen Rentenversicherung beläuft sich der Mindestbeitrag für Minijobs im Jahr 2018 auf 32,55 EUR (175 EUR x 18,6 %).
  • Der Beitragsanteil des Arbeitgebers beträgt 15% des tatsächlichen Arbeitsentgelts, der Arbeitnehmer muss den Restbetrag übernehmen.

Ausnahmen:

1. Geringfügig entlohnte Beschäftigung neben einer Hauptbeschäftigung:
Sofern neben der geringfügig entlohnten Beschäftigung eine rentenversicherungspflichtige (Haupt-) Beschäftigung besteht, ist die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage nicht zu prüfen.

2.Gleiches gilt, wenn der geringfügig entlohnte Beschäftigte bereits aufgrund anderer Tatbestände nach den §§ 1 bis 4 SGB VI der Rentenversicherungspflicht unterliegt.

Hierzu zählen unter anderem:

  • Auszubildende,
  • nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen,
  • gewisse selbständig Tätige (zum Beispiel Hebammen),
  • Personen in der Zeit, für die sie von einem Leistungsträger Krankengeld, Übergangsgeld oder Arbeitslosengeld I beziehen.

In der derzeitigen Programmversion können diese Ausnahmen nicht berücksichtigt werden. Das führt dazu, dass die Mindestentgeltbemessungsgrundlage für alle rentenversicherungspflichtigen Minijobber berücksichtigt wird.

Abhilfe:

Wenn beim Mitarbeiter aufgrund oben aufgeführter Gründe die Mindestentgeltbemessungsgrundlage nicht zu prüfen ist, und der Mitarbeiter weniger als 175 EUR erhält, gehen Sie so vor:

  1. Setzen Sie in den Mitarbeiterstammdaten auf der Seite ‚SV-Status‘ den Haken für Mehrfachbeschäftigung.(auch wenn der Mitarbeiter nicht mehrfachbeschäftigt ist).
  2. Erfassen Sie unter ‚Entgelt aus anderen Beschäftigungen‘ ‚laufendes Entgelt RV‘ 175 EUR. Dadurch erreicht das Gesamtentgelt die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage und Lexware lohn+gehalt berechnet den Arbeitnehmeranteil zur Rentenversicherung aus dem tatsächlichen Entgelt.

 


Lern-Ware Hinweis:

Über „Datei-Drucken“ kann der Antrag auf Befreiung der Rentenversicherungspflicht pro Mitarbeiter ausgedruckt werden.

Hier noch die Zuordnungsübersicht zwischen Beitrags- und Personengruppen in Bezug auf die sozialversicherungspflichtige Abhängigkeit des Beschäftigungsverhältnisses.

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