Lexware Buchhalter: Lieferung von einem im übrigen Gemeinschaftsgebiet ansässigen Unternehmer, Kennzahl 89-61, ab Buchungsjahr 2015


Lern-Ware Hinweis zu den Voraussetzungen im vorhandenen Kontenplan:

Besteuerungszeiträume bis 2015 und „alte Kontenpläne“ von vor 2015 unterliegen dieser Kontenautomatik in Lexware:

Leitfaden-§-13b-UStG-fuer-Lexware-Buchhalter-mit-Kontenplaenen-vor-2015

Eine jährliche Kontenplanaktualisierung bringt Sie auf den hier neuesten Stand der Programm- und Kontenautomatik.


Hintergrund

§ 1a UStG Innergemeinschaftlicher Erwerb
(1) Ein innergemeinschaftlicher Erwerb gegen Entgelt liegt vor, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:
1. Ein Gegenstand gelangt bei einer Lieferung an den Abnehmer (Erwerber) aus dem Gebiet eines Mitgliedstaates in das Gebiet eines anderen Mitgliedstaates oder aus dem übrigen Gemeinschaftsgebiet in die in § 1 Abs. 3 bezeichneten Gebiete, auch wenn der Lieferer den Gegenstand in das Gemeinschaftsgebiet eingeführt hat,
2. der Erwerber ist
a) ein Unternehmer, der den Gegenstand für sein Unternehmen erwirbt, oder

b) eine juristische Person, die nicht Unternehmer ist oder die den Gegenstand nicht für ihr Unternehmen erwirbt,

3. die Lieferung an den Erwerber
a) wird durch einen Unternehmer gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausgeführt und

b) ist nach dem Recht des Mitgliedstaates, der für die Besteuerung des Lieferers zuständig ist, nicht auf Grund der Sonderregelung für Kleinunternehmer steuerfrei.

Der innergemeinschaftliche Erwerb ist umsatzsteuerpflichtig. Die Steuer auf den Erwerb kann als Vorsteuer gemäß § 15 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 UStG abgezogen werden.

In der Umsatzsteuer Voranmeldung weisen Sie Bemessungsgrundlage und Steuer in der Kennzahl 89 aus. Die abziehbare Vorsteuer wird in der Kennzahl 61 abgezogen.


Lern-Ware Hinweis zur Rechnungsstellung:

IHK Region Stuttgart: neue_Pflichtangaben_fuer_Eingangs-Rechnungen-ab-2013

Steuerfreie-Warenlieferungen-in-der-EU-zwischen-Unternehmen- in- der- EU  IHK-Region-Stuttgart

Ist die Ihnen von Ihrem ausländischen Lieferanten übermittelte USt-ID Nummer nicht valide, müssen Sie die Umsatzsteuer mit berechnen und können keinen Vorsteuerabzug automatisch tätigen.


Voraussetzungen

Steuersätze
Prüfen Sie die Steuersätze im Menü ‚Verwaltung – Steuersätze‘. Für die automatische Steuerbuchung benötigen Sie Steuersätze mit der Steuerart i.g.E.

Buchhaltung Buchhalter Lexware Lern-Ware Margit Klein 166
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Wenn die Steuersätze für den Innergemeinschaftlichen Erwerb fehlen, legen Sie die Steuersätze selbst an.

Beispiel SKR-03:

Kurzbez. Bezeichnung % Steuer-
art
USt-Konto
SKR-03
SKR-04
VSt-Konto EU
SKR-03
SKR-04
Datev
ab 2007
I.g.E. 19%
USt/VSt
I.g.E.mit
19% USt/VSt
19,00 i.g.E. 1774

3804

1574

1404

19
I.g.E. 7%
USt/VSt
I.g.E. mit
7% USt/VSt
7,00 i.g.E. 1772

3802

1572

1402

18

Konten

In den Standardkontenplänen sind die Konten für die Buchung des innergemeinschaftlichen Erwerbs vorhanden. Wenn Konten in Ihrem Kontenplan fehlen, starten Sie die Kontenaktualisierung im Menü ‚Verwaltung – Kontenaktualisierung‘.

Konten EG-Erwerb 19% SKR-03 und SKR-04:

Kontonr.
SKR-03
Kontonr.
SKR-04
Bezeichnung Steuersatz USt.Pos
Vor.
USt.Pos
Erkl. *
3425 5425 EG-Erwerb 19 % Vorsteuer
und 19 % Umsatzsteuer
I.g.E. 19 % 89 781
1574 1404 Abziehbare Vorsteuer
aus EG-Erwerb 19 %
keine 61 761
1774 3804 Umsatzsteuer
aus EG-Erwerb 19 %
keine 0 0
3725 5725 Nachlässe aus EG-Erwerb
19 % VSt. und USt. 19 %
I.g.E. 19 % 89 797

*Umsatzsteuererklärung: Bestandteil von Lexware buchhalter plus, pro, premium

Vorgehen

Buchen Sie die Eingangsrechnung aus innergemeinschaftlichen Erwerb mit dem Nettobetrag. Die Umsatzsteuer und Vorsteuer werden automatisch berechnet und gebucht.

Beispiel 19% USt/VSt:

Sollkonto
SKR-03 / SKR-04
Nettobetrag Habenkonto
SKR-03 / SKR-04
3425 / 5425
EG-Erwerb 19 % Vorsteuer und 19 % Umsatzsteuer
10.000,00 70000
Kreditor

Ansicht Journalbuchung mit automatischer Steuerumbuchung:

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Ausweis in der Umsatzsteuer-Voranmeldung

Bemessungsgrundlage und Steuer werden in der Kennzahl 89 ausgewiesen. Die abziehbare Vorsteuer steht in der Kennzahl 61.

Beispiel Umsatzsteuer-Voranmeldung, kurz:

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Centdifferenzen in der Umsatzsteuer-Voranmeldung

Zwischen der Bemessungsgrundlage (Kennzahl 89) und der Vorsteuer (Kennzahl 61) kann es aufgrund der Formularvorgaben zu Centdifferenzen kommen:

  • Kennzahl 89
    Die Bemessungsgrundlage wird auf volle Euro abgerundet. Aus dem abgerundeten Nettobetrag errechnet das Programm den Steuerbetrag. Diese Berechnung ist im amtlichen Formular definiert und in der Spaltenüberschrift entsprechend formuliert: ‚Bemessungsgrundlage volle EUR‘.
  • Kennzahl 61
    Der Vorsteuerbetrag wird aus dem Vorsteuerkonto übernommen. Der Vorsteuerbetrag wird nicht gerundet.

Da die Steuer zu Kennzahl 89 aus dem abgerundeten Betrag errechnet wird und die Steuer in Kennzahl 61 aus dem Vorsteuerkonto unverändert übernommen wird, kann es zwischen diesen beiden Positionen zu Rundungsdifferenzen kommen.


Weitere Beiträge zu sonstigen bei Lieferungen aus dem europäischen Ausland an inländischen Unternehmer oder für Bauleistungen und ähnliches im Inland:

Hier der Beitrag zu Kennziffern 46-47, z. B. Werkleistungen:

Umsatzsteuer 13 b UStG sonstige Leistungen aus dem Ausland KZ 46-47

Hier der Beitrag zu Kennziffern 53-53, z. B. EBay:

Umsatzsteuer 13 b UStG sonstige Leistungen aus dem Ausland KZ 52-53

Hier der Beitrag zur Funktion der USt-Positonen in den jeweiligen Formularen:

Kontenzuordnung USt-Formulare ab 2015


Lern-Ware Hinweis für die Verprobung von Umsätzen in Bezug auf USt, VSt und Zahllast:

Für Buchhalter und Buchhalter Plus bitte die Umsatzsteuerplausibilität bei Ist-Besteuerung prüfen, bevor der Bericht zu den Bemessungsgrundlagen (BMG) die Summen- und Saldenlisten-Werte kontrollieren kann.

Für alle netzwerkbasierten Buchhalter Anwendungen (Pro, Premium, Business Plus, Business Pro und Handwerk Plus) gilt, dass es bereits einen Bericht zur USt-Verprobung in den Berichten gibt. Diesen bitte prüfen- alle betroffenen Konten und Umsätze werden da je nach gewähltem Zeitraum mit ausgewiesen. IST-Besteuerung bitte auch dort beachten und die nicht fälligen und fälligen (teilweise aus Vorjahreszeiträumen stammenden) Umsätze auf korrekten Ausweis prüfen.


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