Lexware Buchhalter: Funktion der Umsatzsteuerposition in Voranmeldung und Erklärung ab Buchungsjahr 2015


Übersicht

In dieser Anleitung finden Sie folgende Themen:


Lern-Ware Hinweis zu den Voraussetzungen im vorhandenen Kontenplan:

Besteuerungszeiträume bis 2015 und „alte Kontenpläne“ von vor 2015 unterliegen dieser Kontenautomatik in Lexware:

Leitfaden-§-13b-UStG-fuer-Lexware-Buchhalter-mit-Kontenplaenen-vor-2015

Eine jährliche Kontenplanaktualisierung bringt Sie auf den hier neuesten Stand der Programm- und Kontenautomatik.


Funktion der Umsatzsteuerposition

Die Berechnung der Umsätze in der Umsatzsteuer-Voranmeldung (USt-VA) erfolgt in Lexware buchhalter in den Buchungsjahren ab 2015 zum Teil nach einer neuen Systematik. Die folgenden Erläuterungen beziehen sich auf die neue Zuordnungssystematik ab Buchungsjahr 2015.

In der Umsatzsteuer-Voranmeldung melden Sie Ihre Umsätze und die darauf fällige Umsatzsteuer getrennt nach der Art des Umsatzes.

So wird zum Beispiel unterschieden,

  • ob der Umsatz steuerfrei oder steuerpflichtig ist,
  • welchem Steuersatz der Umsatz unterliegt (allgemein, ermäßigt, etc.),
  • ob der Umsatz der Umkehr der Steuerschuld (§ 13b UStG) unterliegt.

Die korrekte Zuordnung der Bemessungsgrundlage (BMG) und der Steuer zur Umsatzsteuer-Voranmeldung wird über die Umsatzsteuerposition (Kennzahl) gesteuert. Die Umsatzsteuerposition (USt.Pos.) ist in den Steuereigenschaften der Konten oder in der Zusatzangabe der Buchung hinterlegt.

Beispiel

Steuerpflichtige Umsätze zum Steuersatz 19 % werden in der Umsatzsteuer-Voranmeldung in der Position 81 ausgewiesen.

Buchhaltung Buchhalter Lexware Lern-Ware Margit Klein 124
© Haufe Lexware GmbH Co. KG 80120

In Lexware buchhalter ist die Position 81 beim Konto 8400 Erlöse 19 % USt. (SKR-03) hinterlegt:

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© Haufe Lexware GmbH Co. KG 80120

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Befüllung der Umsatzsteuer-Voranmeldung

Im Formular der Umsatzsteuer-Voranmeldung gibt es verschiedene Varianten, wie die Bemessungsgrundlage (BMG) und die Steuer ausgewiesen werden müssen.

Die Programmautomatik in Lexware buchhalter stellt sicher, dass bei korrekter Vorgehensweise die Bemessungsgrundlage und die Steuer in der Umsatzsteuer-Voranmeldung richtig ausgewiesen werden.

Variante Beispiel USt.Pos.
BMG
USt.Pos.
Steuer
1. Nur das Konto der Bemessungsgrundlage hat eine Umsatzsteuerposition. Steuerpflichtige Umsätze zum Steuersatz 19%.

Lern-Ware Hinweis: nur die Summe an Nettoerlösen auf Umsatzkonten, die diese Positon in den Konto-Eigenschaften haben, werden in den Vordruck für den gewählten Zeitraum gemeldet

81
2. Das Konto der Bemessungsgrundlage und das Steuerkonto haben eine Umsatzsteuerposition. Steuerpflichtige Umsätze zu anderen Steuersätzen.

Lern-Ware Hinweis: nur die Summe an Nettoerlösen auf Umsatzkonten, die diese Positon in den Konto-Eigenschaften haben, werden in den Vordruck für den gewählten Zeitraum gemeldet

35 36
3. Nur das Steuerkonto hat eine Umsatzsteuerposition. Vorsteuerbeträge aus Rechnungen von anderen Unternehmern (§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG).

Lern-Ware Hinweis: hier wird die Summe aus dem Konto, die die Vorsteuer aus den Betriebsausgaben insgesamt beinhalte, da auf diesem Konto derart gesammelt, im Vordruck gemeldet

66
4. Steuerfälle § 13b – Umkehrung der Steuerschuld mit Vorsteuerabzug in Position 67. Bauleistungen von Unternehmen § 13b UStG, Abs.2 Nr. 4

Lern-Ware Hinweis: nur die Summe an Nettoerlösen auf Umsatzkonten, die diese Positon in den Konto-Eigenschaften haben, werden in den Vordruck für den gewählten Zeitraum gemeldet

84 85 / 67

Die Varianten sind in den nächsten Abschnitten erläutert.


Variante 1: Nur das Konto der Bemessungsgrundlage hat eine Umsatzsteuerposition

Dies gilt z. B. für:

  • Steuerpflichtige Umsätze zum Steuersatz von 19 %.
    Die Bemessungsgrundlage wird in der Position 81 ausgewiesen.
  • Steuerpflichtige Umsätze zum Steuersatz von 7 %.
    Die Bemessungsgrundlage wird in der Position 86 ausgewiesen.

Beispiel

Steuerpflichtige Umsätze zum Steuersatz von 19 % USt.

Steuerangaben im Konto 8400 / 4400 Erlöse 19 % Umsatzsteuer:

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Ausweis in der Umsatzsteuer-Voranmeldung unter Position 81:

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Wichtig: Die Steuer wird im Formular berechnet. Die Berechnung der Bemessungsgrundlage und der Steuer erfolgt nach dieser Systematik:

  • Berechnung der Bemessungsgrundlage: Das Programm berechnet die Bemessungsgrundlage auf Basis des Bruttobetrages und des ausgewählten Steuersatzes der Buchung.
  • Berechnung der Steuer: Der Steuerbetrag wird im Formular der Umsatzsteuer-Voranmeldung auf Basis der Bemessungsgrundlage zum Steuersatz der jeweiligen Zeile in der Umsatzsteuer-Voranmeldung berechnet.

Beispiel: Buchungen auf Erlöskonto 8400 / 4400 Erlöse 19 % USt

Buchungsbetrag brutto Steuersatz der Buchung BMG gerundet Berechneter Steuerbetrag
119,00 USt. 19 % 100 19,00

Fehlerquellen

  • Falsche Hinterlegung der Steuerangaben im Konto.
    Beispiel: Wenn Sie den Steuersatz entfernen (<keine>), aber die Umsatzsteuerposition belassen, wird die Bemessungsgrundlage weiterhin in der Umsatzsteuervoranmeldung ausgewiesen.
  • Änderung des Steuersatzes in der Buchungsmaske: Die Auswahl eines anderen Steuersatzes in der Buchungsmaske führt zu Abweichungen zwischen Steuerkonto und Steuer in der Umsatzsteuer-Voranmeldung.
    Beispiel:

    Buchungsbetrag brutto Steuersatz der Buchung BMG Erlöskonto BMG USt-VA Steuer auf Steuerkonto Steuer USt-VA
    119,00 USt. 7% 111,21 111 7,79 21,09
    119,00 keine 119,00 kein Ausweis

Verwenden Sie zur Erfassung von Geschäftsfällen mit anderen Steuersätze eigene Erlöskonten.


Variante 2: Das Konto der Bemessungsgrundlage und das Steuerkonto haben eine Umsatzsteuerposition

Dies gilt z. B. für:

  • Steuerpflichtige Umsätze zu anderen Steuersätzen.
    Die Bemessungsgrundlage wird in der Position 35 Position ausgegeben, die Steuer in der 36.
  • Umsätze, für die eine Steuer nach § 24 UStG zu entrichten ist (Durchschnittssätze).
    Die Bemessungsgrundlage wird in der Position. 76 ausgegeben, die Steuer in der Position 80.

Beispiel

Steuerpflichtige Umsätze zu anderen Steuersätzen.

Steuerangaben im Konto 8340 Erlöse 16 % Umsatzsteuer:

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Steuerangaben im Konto 1775 Umsatzsteuer 16 %:

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Ausweis in der Umsatzsteuer-Voranmeldung:

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Fehlerquellen

Falsche oder fehlende Steuerangaben im Konto der Bemessungsgrundlage oder Steuer.


Variante 3: Nur das Steuerkonto hat eine Umsatzsteuerposition

Das gilt bei den Betriebsausgaben, die zum Vorsteuerabzug berechtigen. Die Konten der Kategorie ‚Betriebsausgaben‘ sind ohne Umsatzsteuerposition angelegt, da nur die Vorsteuer in der Umsatzsteuer-Voranmeldung zu melden ist.

Beispiel

Vorsteuerbeträge aus Rechnungen von anderen Unternehmern (§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG).

Steuerangaben im Konto 1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % (SKR-03):

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Ausweis in der Umsatzsteuer-Voranmeldung:

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Fehlerquellen

Falsche oder fehlende Steuerangaben im Konto der Bemessungsgrundlage oder Steuer.


Variante 4: Steuerfälle § 13b – Umkehrung der Steuerschuld

Diese Systematik betrifft Umsätze, die der Umkehr der Steuerschuld unterliegen (Reverse-Charge-Verfahren). § 13b UStG regelt die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers für bestimmte Lieferungen und Leistungen. Der Leistungsempfänger muss die Umsatzsteuer beim Finanzamt anmelden und kann sie in gleicher Höhe als Vorsteuer geltend machen.

Dies gilt für folgende Steuerfälle:

Zeile Beschreibung USt.Pos. BMG USt.Pos. Steuer
48 Steuerpflichtige sonstige Leistungen eines im übrigen Gemeinschaftsgebiet ansässigen Unternehmers (§ 13 b Abs. 1 UStG) 46 47
49 Andere Leistungen eines im Ausland ansässigen Unternehmers
(§ 13b Abs. 2 Nr. 1 und 5 Buchst. a UStG)
52 53
50 Lieferungen sicherungsübereigneter Gegenstände und Umsätze, die unter das Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) fallen
(§ 13b Abs. 2 Nr. 2 und 3 UStG)
73 74
51 Lieferungen von Mobilfunkgeräten, Tablet-Computern, Spielkonsolen und integrierten Schaltkreisen (§ 13b Abs. 2 Nr. 10 UStG) 78 79
52 Andere Leistungen (§ 13b Abs. 2 Nr. 4, 5 Buchst. b und Nr. 6 bis 9 UStG) 84 85

Beispiel

Bauleistungen von Unternehmen § 13b UStG, Abs.2 Nr. 4

Im Aufwandskonto hinterlegen Sie in den Eigenschaften den Steuersatz mit der Steuerart ’13b neu‘.

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Im Feld ‚Zusatzangabe‘ finden Sie eine Auswahlliste mit den Steuerfällen, für den der Leistungsempfänger die Steuer schuldet. Hier wählen Sie den Steuerfall.

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Der Steuerfall wird als Zusatzangabe in den Konteneigenschaften angezeigt.
Die Umsatzsteuerposition wird aus der Zusatzangabe in die Konteneigenschaften übernommen.

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In der Buchungsmaske geben Sie das Aufwandskonto ein. Ein neues Feld in der Buchungsmaske zeigt die Zusatzangabe, die aus dem Aufwandskonto übernommen wird.

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In der Umsatzsteuer-Voranmeldung erfolgt der Ausweis unter den Positionen, die in der Zusatzangabe des Buchungssatzes hinterlegt sind.

Umsatzsteuerpositionen (USt.Pos.VA) im Steuerfall ‚Bauleistungen‘:

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Ausweis in der Umsatzsteuer-Voranmeldung:

 

Fehlerquellen

  • In der Buchungsmaske wird eine falsche Zusatzangabe ausgewählt.
  • In der Buchungsmaske wird keine Zusatzangabe ausgewählt. Das Programm verwendet dann die Steuereigenschaften der Konten.

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Steuereigenschaften der Konten prüfen

Um die Steuereigenschaften der Konten zu kontrollieren, können Sie die Angaben im Kontenplan einblenden oder im einzelnen Konto prüfen. Als Automatikfunktion für die Prüfung der Standardkonten steht im Menü ‚Verwaltung‘ die Kontenaktualisierung zur Verfügung.

Steuerangaben im Kontenplan anzeigen

  1. Öffnen Sie ‚Ansicht -; Kontenplan‘.
  2. Markieren Sie ein beliebiges Konto mit der rechten Maustaste.
  3. Klicken Sie auf ‚Listeneinstellungen‘.
  4. Verschieben Sie die Einträge ‚Steuerautomatik neu‘ und ‚Umsatzsteuerposition neu‘ in den Bereich ‚ausgewählt‘.
  5. Klicken Sie auf ‚OK‘.

Im Kontenplan werden der Steuersatz und die Umsatzsteuerposition angezeigt. Durch Klick auf die Spaltenüberschrift können Sie die Spalte sortieren.

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Steuerangaben im Konto prüfen

  1. Markieren Sie im Kontenplan das Konto mit der rechten Maustaste.
  2. Klicken Sie im Kontextmenü auf ‚Bearbeiten‘.
  3. Öffnen Sie die Seite ‚Eigenschaften‘.
    Hier finden Sie die Steuereigenschaften: Steuersatz, USt.Pos. und ggf. die Zusatzangabe.Beispiel: Konto 8400 SKR-03, Erlöse 19% USt.

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Steuereigenschaften aller Standardkonten prüfen

Für die Prüfung und ggf. Korrektur der Steuereigenschaften der Standardkonten nutzen Sie im Menü ‚Verwaltung‘ die Kontenaktualisierung.

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Lern-Ware Hinweis für die Verprobung von Umsätzen in Bezug auf USt, VSt und Zahllast:

Für Buchhalter und Buchhalter Plus bitte die Umsatzsteuerplausibilität bei Ist-Besteuerung prüfen, bevor der Bericht zu den Bemessungsgrundlagen (BMG) die Summen- und Saldenlisten-Werte kontrollieren kann.

Für alle netzwerkbasierten Buchhalter Anwendungen (Pro, Premium, Business Plus, Business Pro und Handwerk Plus) gilt, dass es bereits einen Bericht zur USt-Verprobung in den Berichten gibt. Diesen bitte prüfen- alle betroffenen Konten und Umsätze werden da je nach gewähltem Zeitraum mit ausgewiesen. IST-Besteuerung bitte auch dort beachten und die nicht fälligen und fälligen (teilweise aus Vorjahreszeiträumen stammenden) Umsätze auf korrekten Ausweis prüfen.


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